über

Alexander Goder.

“Schon Roland Barthes formulierte in “Die helle Kammer” den Konflikt zwischen dem Fotografen, der sein Modell in möglichst natürlicher Art und Weise fotografieren und dem Modell, welches sich so präsentieren möchte, wie es gerne gesehen werden will. Die meisten professionellen Fotografen werden dabei zu schlichten Dienstleistern, die die Menschen technisch einwandfrei, aber in einer austauschbaren Mainstream-Ästhetik fotografieren. Eine Maske, die uns die heutige Hochglanz-Medienlandschaft als erstrebenswert erscheinen lässt und die sich deshalb gut verkauft. Der wahre Mensch hinter dem Modell, die Seele einer Fotografie, bleibt dabei jedoch auf der Strecke. Genau hier setzt Alexander Goder an: er schafft es in seinen Fotografien, die abgebildeten Menschen so darzustellen, als gäbe es diesen Konflikt zwischen künstlerischem Anspruch und Erwartungshaltung des Modells nicht und schafft in dieser ungezwungenen Atmosphäre Portraits, die neben einer perfekten Ästhetik, an der man sich nicht sattsehen möchte, dem Menschen scheinbar in seine Seele, in einem intimen Augenblick in sein Spiegelbild blicken lassen. Und genau diese wertgeschätzte Einzigartigkeit der abgebildeten Persönlichkeit ist es, was mich die Aufnahmen von Alexander Goder im Kopf behalten lässt.”

  • Matthias D. – Künstler & Schauspieler